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Dienstag, 29. April 2014

Besuch aus Deutschland

Es ist schon bald Mai und dann kommen eigentlich nur noch 2 Monate echter Arbeit auf mich zu. Auch der April verflog bisher in rasantem Tempo. Grund dafür waren mein Bruder und seine Freundin, die den weiten Weg von Deutschland auf sich genommen haben, nur um mich zu Besuchen (und vielleicht um ein bisschen Urlaub zu machen).

Da ich sowohl bezogen auf das Land, als auch die Sprache einen Kenntnissvorsprung hatte, wurde ich ein bisschen zum Fremdenführer und verbrachte so viel Zeit wie möglich mit den Beiden. Gleich am ersten Abend, nachdem das Gepäck im Hostel abgeladen wurde, starteten wir eine erste kleine Erkundung der Altstadt. Im Mittelpunkt stand die Besichtigung der Virgen del Panecillo. Der Panecillo ist ein Hügel im Stadtzentrum Quitos und verdankt seinen Namen seiner brötchenhaften Form. Auf dessen Spitze befindet sich die Statur der Jungfrau, die nach Norden blickend über die Stadt wacht.

Auf der Aussichtsplattform, Blick in Richtung Norden

Die geflügelte Jungfrau von hinten
Weil die Virgen dem Süden den Rücken zukehrt, hat dieser mit leichten Imageproblemen zu kämpfen und einem wird (vor allem von Nordquitenos) empfolen die südlichen Bezirke zu meiden.

Das nächste Ziel ist der indigene Markt von Otavalo, der größte Südamerikas. Etwa 60 Prozent des verlangten Preises sind in der Regel nicht verkehrt und man kann sich mit relativ wenig Geld einigermaßen authentisches Zeug kaufen. Ich erwerbe einen weiteren Pulli und eine Schlabberhose. Außerdem können Beate und Carl sich Gastgeschenke für den bevorstehenden Besuch bei meiner Familie besorgen.

typische Auswahl an Kleidung und Stoffen
Denn schon am nächsten Tag sehen die zwei sowohl das Projekt in dem ich arbeite, als auch die Familie bei der ich wohne. Die Schüler sind beim Anblick sovieler Europäer etwas verwirrt und der Englischunterricht ist ein bisschen unruhiger als sonst. Trotzdem schätze ich es so ein, dass die Schule auf  beide einen guten Eindruck hinterlassen hat. Auch meine Meinung nach 8 Monaten ist immernoch positiv, auch wenn ich mir ab und zu ein Bisschen deutsche Ordnung wünsche. Meine Gastoma hat für diesen besonderen Anlass ein formidables Festmahl gezaubert, das sich spielend den ersten Platz in der Rangfolge der von bereiteten Gerichte sichert. Hühnchen, Reis, Yukka und Salat, begleitet von Gelatina; ein Gedicht. Nach dem Essen und der Geschenkübergabe machen wir und auf, um dem Äquator zu überschreiten. Sowohl vom falschen als auch vom echten habe ich in voherigen Einträgen schon  berichtet, so dass ich es mir an dieser Stelle spare.

jedes Mal wenn die Schüler mich sehen sind sie den Freudentränen nahe ;)

Englischunterricht, die Suche nach der Lösung wird auch auf den Fussboden ausgeweitet

von l.nach r.: ich, Carl, Beate, Juanito, Leslie, Salome (Oma), Johanna, Rocio
Ein weiteres gemeinsam erlebtes Abenteuer war die (für mich erneute) Besteigung des 4700 Meter hohen Vulkan Pichincha. Das Wetter war etwas besser als beim ersten Mal, trotzdem waren wir beim Aufstieg meist in Wolken gehüllt. Dank meiner Erfahrung und der nichts desto Trotz besseren Sicht konnten wir eine bessere Route zum Gipfel finden und uns einige Strapazen ersparen. Beim Abstieg klarte es dann zusehens auf und bald konnte man den Gesamten Berg sehen. Noch am selben Tag nahmen wir einen Bus Richtung Banos um dort in der frühen Nacht einzutreffen. Da mir Ecuadors Abenteuersportmekka bei meinem ersten Besuch sehr gefallen hat, habe ich mich mächtig auf die Wiederkehr gefreut.

Pichincha die Zweite

das obligatorische Gipfelbild

Rucu Pichincha
Am ersten Tag Haben wir uns Mountainbikes ausgeliehen, um damit bis zum Rio Verde zu fahren. Schon unterwegs konnten wir einige schöne Wasserfälle bestaunen, der dickste wartete aber am Schluss der Tour. In Rio Verde angekommen (Rio Verde ist sowohl Fluss als auch Ort) schliessen wir die Fahrräder an und gehen, geleitet von einem kleinen Touristenstrom, auf einem Weg talwärts. Ziel dieses Wegs ist der Pailon del Diablo mit seinen in den Fels geschlagenen Aussichtplattformen. Der Wasserfall ist ziemlich gross, beeindruckend und laut. In seinem Becken erzeugt die gischt einen permananten Regenbogen und über einen sehr flachen Pfad im Felsen kann man sogar hinter ihn gelangen. Eine zweite Aussichtsmöglichkeit bieten Hängebrücken über der Schlucht, die man vom Dorf aus erreicht. Der Blick ist fast noch besser als von unten.

links Rio Pastaza, rechts Pailon del Diablo/ Rio Verde

Pailon und untere Aussichtsplattform
Die knapp 20 km zurück nach Banos, die jetzt bergauf führen, legt man stilsicher auf der Ladefläche eines Pick-Up zurück. 5 Menschen und 7 Fahrräder sind kein Problem. Am Abend gehen wir in Cafe dl Cielo (Himmelscafe) um den Blick auf die Stadt und das Essen zu geniessen.  Banos liegt in einem Tal, das Cafe steht, teils auf Stelzen, an dessen Hang, so dass man bei Nacht über den Lichtern der Ortschaft zu schweben glaubt.

Am folgenden Tag wird noch geraftet. Was mir beim ersten Besuch mächtig Spass gemacht hat fällt dieses Mal unspäktakulärer aus. Die Regenzeit ist gerade vorrüber und der Wasserstand des Flusses höher als noch vor einem halben Jahr. So sind die Stromschnellen einigermassen überspült und die Fahrt bedeutend ruhiger. Kurz bevor ich nach Quito zurück muss wollen wir uns noch eine andere Attraktion ansehen. Der 5023 Meter hohe Vulkan Tungurahua. Im Gegensatz zum Pichincha hochaktiv. Seit gut 15 Jahren grummelt es quasi permanent in seinem Inneren. Zur Zeit unseres Besuchs war der Tungurahua besonders aktiv und sogar in den deutschen Nachrichten war davon zu höhren.

yippi
Wir schnappen uns ein Taxi und fahren erstmal zur Casa del Arbol (Baumhaus), von wo aus man den Vulkan sehen kann. Leider haben wir Pech und das Wetter spielt nicht mit. Uns bleibt nur auf der am Baumhaus befestigten Schaukel über den Abhang zu schwingen. Weiter unten gibt es einen weitern Mirador und von hier aus kann man tatsächlich etwas vom Tungurahua sehen. Vor allem kann man sein tiefes donnern höhren und plötzlich in die Höhe schiessende Aschewolken sehen. Als ich mich kurz darauf in den Bus nach Quito setzte haben sich alle Wolken um den Berg verzogen. Die Strasse windet sich an den Talhängen entlang und für einige Zeit kann man einen bezaubernden Anblick geniessen. Zur Linken und Rechten ragen die Wände der Schlucht auf, an deren einen Hang sich die Strasse quätscht. Zum Berg hin öffnet sie sich und gibt den Blick auf den Gesamten über 5 Kilometer hohen Riesen preis. Die Sonne geht langsam unter und färbt den Himmel zu seiner Linken gutrot, auf der rechten Seite ist er dunkelblau. Vom Krater werden die Aschesäulen in einem regelmässigen Puls empor gestossen.

Banos, die Brücke rechts wurde zur Evakuierung der Stadt errichtet.

Vom selben Aussichtspunkt, den Blick etwas weiter nach links.
Nach dem kleinen Pichincha und dem grossen Tungurauhua (der gar nicht viel höher aber ungleich beeindruckender ist) sollte am Wochenende darauf die XXL Version eines Vulkans warten.
Der Cotopaxi ist mit 5897 Metern einer der höhsten aktiven Vulkane der Welt und trägt eine fast 900 Meter hohe Gletscherkrone.

der vergletscherte Gipfel des Cotopaxi
Wir "residieren" im Secret Garden Cotopaxi, dem besseren Ableger des ohnehin schon tollen Secret Garden Quito. Einen gewissen Luxus bietet dieses Hostal nicht wegen popöser Einrichtung und grenzenlosem Service, sondern wegen der Stille, der Abgeschiedenheit und der Nähe zur Natur. Wer hier gastiert möchte etwas erleben und da nur vier Aktivitäten angeboten weden reicht ein Wochenende völlig aus. Zum einen kann man Reiten (was keiner von uns gebraucht hat) zum anderen können zwei nahe Gipfel erklommen und der Cotopaxi bis zum Gletscher erkundet werden. Da ich einen Tag später eintreffe wurde ein Berg bereits von Beate und Carl bezwungen, so dass wir gemeinsam am Samstag den Ruminahui und am Sonntag den Cotopaxi planten.

Der Ruminahui ist etwa 4800m hoch, doch der von uns anvisierte Gipfel liegt etwas tiefer. Unser australischer Guide (der "schon" zum 2. Mal auf den Ruminahui kletterte) verlor zwischenzeitlich den Weg aus den Augen und auch sein Magen-Darm-Trakt plagte ihn. Trotzdem war der Aufstieg im Vergleich zum Pichincha einfach und der Ausblick lohnend.

toll

steil
Am nächsten Tag war dann das Highlight dran. Nach mindestens 2 Ewigkeiten auf der Ladefläche eines Pick-Ups und mit einer gehörigen Schicht Staub bedeckt kommen wir am Parkplatz des Cotopaxi an. Auf 4500m herrscht ein strammer Wind, deutlich stärker als auf den höheren Gipfeln von Ruminahui und Pichincha. Die erste Etappe führt bis zur, im Bau befindlichen, Schutzhütte auf 4864m. Unser Guide meinte das das in 50 min zu schaffen sein. Da wir uns dem gemäßigten Tempo unserer Gruppe nicht anschliessen wollten mussten wir bei der Hütte bestimmt 20 min warten. Das mit der Akklimatisierung geht wohl relativ schnell, denn Carl - erst 2 Wochen in Ecuador aber schon auf drei Gipfeln gewesen - wollte mir promt davonrennen. Der Weg vom Parkplatz zur Hütte und dann zum Gletscher ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Probleme waren bei schnellerer Gangart natürlich die Höhe, der Wind der mich ab und zu aus dem Gleichgewicht gebracht hat und mein unzureichendes Schuhwerk.

Cotopaxi bei Nacht
Nach also recht kurzer Zeit waren wir am Gletscher. Der Anblick ist berauschend! Der rote Sand und Fels des Cotopaxi geht über in das ewige Eis des Gletschers (trotz Klimaerwärmung und minimaler vulkanischer Aktivität hält sich der Gletscher ganz gut). Wir befinden uns auf 5000m und können sowohl über, als auch unter die Wolken blicken. Der Wind pleitscht über die Eiswüste, die vor uns bis in eine weitere Wolkenschicht ragt und deren Ende sich unseren Blicken entzieht. Die bizarre Schönheit dieses Anblicks ist kaum zu überbieten. Zu lange sollte man aber, vor allem ohne Sonnenbrille, nicht aufs Eis glotzen. Uns kommt eine Gruppe Bergsteiger entgegen, von denen einer eine weiße Binde über den Augen trägt und von den anderen behutsam hinuntergeführt geführt werden muss...

am Parkplatz (nicht unser Toyota)

die Schutzhütte auf 4864m...

...bietet nicht besonders viel Schutz

der Gletscher beginnt

:)
Beim Abstieg durchquären wir nochmal die marsroten Böden des Cotopaxi, die weiter untern zu einem mondgrau werden.  

bei der Rückfahrt: erhöhtes Verkehrsaufkommen in den Serpentienen
Nach diesen andinen Wochen verabschiedet sich mein europäischer Besuch Richtung Küste, um am Freitag und mit geschmeidigen 7 Stunden Verspätung wieder in Quito einzutrudeln. Wir fahren zum Flughafen und die beiden zurück in die Heimat. Ich bleibe zurück und weiß nicht so recht wie ich mich damit fühlen soll. Nach 8 Monaten ist eine gewisse Monotonie eingekehrt. Die Arbeit bringt keine Abwechslung mehr und die meissten Wochenendsziele in Ecuador sind schon erforscht. Was bleibt ist der tägliche Trott und die Aussicht auf die finalen Ferien, die immer näher rücken. Die beiden waren so gütig mir Wanderschuhe und eine Kamera (meine hat irgenwo in Kolumbien einen Schaden am Bildstabilisator davongetragen) dazulassen. So bin ich bestens für die verbleibende Zeit und das abschliessende Abenteuer gewappnet. Insgesamt hat sich meine Einstellung zur Zeit etwas verändert. Ich zähle nicht mehr wieviele Monate ich schon hier bin, sondern wieviele Wochen bis zu meinem 20. Geburtstag fehlen (momentan 8). Meinen Geburtstag habe ich ein bisschen als Endpunkt meiner Arbeit auserkoren. Zwar muss ich auch danach noch arbeiten, ich glaube aber die allerletzten Wochen sind nichtmehr mühsam, sondern eher etwas melancholisch.

Hier ein kleiner Einschub. Der Blogeintrag ist schon seit einiger Zeit fertig aber ich komme irgendwie nicht dazu ihn hochzuladen. Wie alle aktuelleren Berichte hab ich auch diesen auf meinem Laptop geschrieben, mit dem ich nicht so leicht ins Internet komme. Nach unten zu gehen, das Kabel anzuschliessen und dann alles hochzuladen scheint eine kaum machbare Aufgabe zu sein und ich schiebe sie lieber vor mir her. Morgen ist also tatsächlich der letzte Apriltag. Donnerstag dann frei und aus dem Freitag mach ich einen Brückentag. Das Superwochenende wird am Strand verbracht. Mehr ist natürlich noch nicht geplant. Noch was zur Arbeit. Ich weiss nicht ob ich es schon erwähnt habe (vielleicht nur ein paar Absätze zuvor - ich bin zu faul mir alles nochmal durchzulesen und erinnere mich nicht genau) aber mein Stundenplan hat sich geändert. Vanessa, ehemals Sportlehrerin, ist krank und ihr Unikollege Dani springt ein. Dani muss aber um 11:30 Uhr zur Uni um italienisch und noch mehr zu lernen. Weil es sonst niemanden gibt führe ich die folgenden Sportstunden in Eigenregie (manchmal kann mir Antonia zu Hilfe kommen). Je später die Stunde, desto älter die Schüler auf dem Innenhof-Sportplatz. Ich habe also meist ein pubertierendes Pack vor mir. Was zu beginn ehrlich gesagt echt nervig und anstrengend war, mach jetzt immer mehr Spaß. Die Kinder haben großteils begriffen, dass es ihnen besser geht, wenn es mir besser geht und so bilden Kinder und Profe Felipe beinahe schon eine symbiotische Einheit. Das alleine Unterrichten gibt einem etwas mehr Freiheiten und natürlich auch Verantwortung. Im Vergleich zur (stupieden) Unterrichtsassistenz eine wahre Erfrischung. Die Arbeit geht mir also Dank des Lehrermangels besser von der Hand als zuvor und mit den anstehenden Miniatur-Ferien denke ich, dass ich die verbleibende Zeit prima überstehen werde.

Der Countdown hat also begonnen. Bald hab ihr mich wieder. Zum Abschied die übliche traurige Nachricht, die mittlerweile schon fast den Charakter einen running gag besitzt. Hund tot. Nummer 4. Diesmal hat es Candy erwischt, den letzten Hund, den es bereits bei meiner Ankunft gab. Übrig bleibt Rocky und sein neuer, frisch geborener Kumpane Rambo.

Das wars aus Ecuador und wir geben zurück nach Deutschland, wo eine Gruppe von Blogleserrn langsam aus ihrem Tagtraum von der anderen Seite der Welt zurück in die Realität gleitet...

Bis zum nächsten Mal,
Euer Friedrich.  

Samstag, 29. März 2014

Die Sonne und der Vulkan

Unser Freund die Sonne und der kleine Vulkan.


Eine knappe Zusammenfassung des vergangenen Wochenendes:

Zum Wochenende zähle ich in diesem Fall ausnahmsweise den Freitag dazu, da ich auch von ihm berichten möchte. In den letzten Wochen hatte der Freitag fast den Status eines normalen Arbeitstages gewonnen, da ich auf Grund diverser Unregelmäßigkeiten in der Schule ziemlich unverzichtbar geworden war. Gott und allen höheren Mächten sei Dank, dass mit diesem Unfug nun erstmal wieder Schluss ist. Der 21.03.14 war also einer der von mir geliebten "Ich-arbeite-weniger-weil-Freitag-ist" Tage. So bot sich eine extrem seltene Gelegenheit. Besagter Tag ist nämlich einer von zweien im Jahr, an dem die Sonne bei ihrer berühmten Wanderung von nördlichem Wendekreis zu südlichem Wendekreis und immer hin und her, den Äquator passiert. Soll heißen um punkt 12 Uhr (oder etwas früher oder später - abhängig davon wo man sich in der Zeitzone befindet) steht die Sonne absolut senkrecht überm Äquator. Arbeiten muss ich ja nur bis 10:30 Uhr und der Äquator ist gerade mal einen Katzensprung entfernt. So machen Antonia und ich uns auf, um dieses tolle astronomische Phänomen hautnah zu erleben. Wir erscheinen zur verabredeten Zeit am (mit GPS bestimmten, echten) Äquator nur unser lieber Freund die Sonne zieht es vor sich hinter Wolken zu verstecken.

Wenn man schon mal am echten Äquator ist kann man sich auch gleich an einigen physikalischen Experimenten erfreuen, die an der Exaktheit des Ortes keine Zweifel aufkommen lassen sollen. Theoretisch sind viele Experimente sinnvoll, praktisch nicht unbedingt. So ist zum Beispiel die Gravitation geringer je weiter man sich vom Erdmittelpunkt entfernt und darum am Äquator geringer als anderswo (solange anderswo nicht ein hoher Berg in der nähe des Äquators ist, dessen Gipfel weiter vom Erdmittelpunkt entfernt ist als jener Punkt auf dem Äquator). Stimmt soweit. Was total dämlich ist, ist das hierfür eingesetzte Experiment: Man hat einen Partner der die Arme schräg nach oben streckt. Man selbst zieht diese nun nach unten. Jeh nach dem wieviel Widerstand der Partner leistet ist das entweder sehr sehr leicht oder einfach nur leicht. Jetzt die Wiederholung einen Meter weiter nördlich, genau auf der Ä-linie. Wegen verringerter Schwerkraft (ungefähr garnicht verringert) ist der Wiederstand des Partners nun mit nur 2 Fingern zu brechen.(?)  

Samstag war dann Arbeiten angesagt. Nicht etwa weil Freitag ja eine Frechheit sei und Freiwillige zu arbeiten hätten, sondern weil es die Fiesta de San Jose de Moran gab. San Jose de Moran liegt nahe meines Wohnorts und ist vielleicht ein zwergenhafter Bezirk, mindestens aber ein kleiner Platz vor einer kleineren Kirche (genau weiß ich das nicht). Dem entsprechend fallen die Fiestas aus. Wir sind beinahe die einzigen Deppen die über die mal mehr mal weniger abgesperrte Straße stolzieren. Es kommt vor das ein Bus vorbei muss und die Prozession aufhält oder die Gruppe tanzender Omas eine kleine Pause einlegen muss. So oder so geht es stockend voran und so gut wie niemand guckt zu. Nur auf dem bereits erwähnten Platz tummeln sich einige Einheimische - meine Gastfamilie.

Nun aber zum wahren Highlight. Jeden Morgen stolpere ich schlaftrunken vom Haus über einen kleinen Feldweg bis zur Straße an der mein Bus hält. Der Weg befindet sich an einem Hang und zur rechten Seite liegt ein Tal. Der Blick nach schräg-rechts-vorne ist unverstellt. Es kommt vor das ich bei dem unebenen Boden ins Straucheln gerate. Es könnte mir egal sein; andere Menschen sind um diese Uhrzeit noch nicht unterwegs und das Missgeschick ist so unbedeutent, dass es keinen Grund zur Aufregung gibt. Doch jemand guckt hämisch von oben auf mich herab! Der Vulkan Pichincha macht sich über mich lustig und es gibt keinen Weg seinen  Blicken zu entgehen. Seit ich zu Beginn des Jahres mit der Seilbahn auf 4050 Meter gefahren bin und einen Spaziergang mit anderen Freiwilligen eingelegt habe, tut er so als hätte ich es nicht zum Gipfel "geschafft". Dabei war das garnicht meine Absicht und ich wollte nur den Blick auf die Stadt genießen. Nichts desto Trotz lässt er mich seit nunmehr einem halben Jahr nicht damit in Frieden. Genug!

Der Kampf Friedrich gegen kleiner Vulkan (4700m sind in den Anden nicht das Maß der Dinge) sollte am Sonntag stattfinden. Mir zur Seite stand Daniel als moralische Stütze und Essenträger (sorry Daniel aber in dieser heroischen und epischen Erzählung werden Tatsachen verdreht und Fakten so dargestellt wie es dem Helden von Nutzen ist :P ). Die Dauer des Kampfes wurde von einer Besuchertafel an der oberen Liftstation auf 5 volle Stunden festgelegt. Eins vorweg: diese halbe Ewigkeit wurde auf Grund eines vorzeitigen KOs nicht benötigt!

Schon am Morgen war abzusehen das der Pichincha alle dreckigen Tricks einsetzen würde um uns von seiner Eroberung abzuhalten. Erster Versuch war so zu tun als gäbe es ihn garnicht. In dicke Wolken gehüllt konnte man sich seiner Existenz nicht mehr sicher sein. Nachdem Busse und ein Taxi bemüht wurden begann der Aufstieg. Nach kaum 10 Minuten und ohne jegliche Anstrengung  haben wir es schon auf 4050 Meter geschafft (dank Seilbahn). Wärend sich die Gondel die letzten Meter zur Station hinaufschwingt, tauchen wir in eine graue Wolkensuppe ein. Derart benebelt nehmen wir genau den falschen der zwei möglichen Wege (wer sich für welche Option ausgesprochen hat soll hier unerwähnt bleiben). Das Malheur wird schnell bemerkt und die Route umgehend korrigiert. Wieder auf dem rechten Pfad zieht sich der milchige Vorhang bald zurück und gibt den, vom ersten Mal bekannten, tollen Blick auf Quito frei. Der Weg zum Gipfel ist in groben Zügen auszumachen und befindel sich stets auf einem Grat, sodass man sich selbst bei schlechtem Wetter kaum verlaufen kann.

Quito in schwarz-weiß, immer nur Farbe ist auch langweilig
Ein wolkenfreier Abschnitt kurz oberhalb der Seilbahn
Schon kurz nach Beginn des Wanderwegs geht es einige steile Rampen hinauf, die einem ganz schön den Atem rauben. Herzschlag und Atmung (beunruhigendes Rasen und heftiges Keuchen) geben den Rhythmus vor in dem man sich nach oben kämpft. Später wird es dann flacher und überraschend einfach. Wir kommen gut voran und können sogar etwas die Landschaft bestaunen. Mancher kann dem vielleicht nicht viel abgewinnen aber die Hügel mit dem struppigen Gras und den verwegenen, vom Wetter gepeinigten Pflanzen bilden in meinen Augen eine harmonische Mischung. Die Wolken sind unmittelbar über uns und der Pfad führt direkt hinein. In den Ohren dominieren Herzschlag, Atmung und der auffrischende Wind. Einzige Abwechslung dazu bietet das einschüchternde summen einer Hochspannungsleitung, die nicht so recht ins Bild passen will.

Als der Weg eine leichte Linkskurve vollführt bilden sich plötzlich von allen Seiten gleichzeitig Wolken und binnen weniger Sekunden haben sie uns verschluckt. Der kleine Vulkan hat uns die Sicht genommen und will uns das Leben schwer machen. Unbeirrt gehen wir weiter und erreichen bald, was wir für den Gipfel halten. Eine art Kegel aus Gestein türmt sich vor uns auf. Es scheint als gäbe es so etwas wie eine Kletterroute. Altanativ führt der Weg rechts davon weiter. Weder Friedrich noch Daniel (so nehme ich zumindest an) verstehen irgendetwas vom Klettern und so ist die Wahl eine leichte. Die Wolke in der wir uns befinden isoliert einen von der Außenwelt. Man fühlt sich wie in einer Blase, die abhängig von der Dichte des Nebels mal größer, mal kleiner ist. Wir laufen nun am Hang entlang ohne Steigung und quasi um den Gesteinskegel herum. Der Pfad ist manchmal nur einen halben Meter breit und die geringe Sicht lässt einen vielleicht 15 Meter Abhang erahnen, den Rest übernimmt die Fantasie. An besonders engen Passagen schaltet sich meine Höhenangst ein und versucht mich mit Gewalt über die Kante zu ziehen. Vor meinem inneren Auge werde ich circa 20 Mal in die Tiefe stürzen. In der Regel ist der Weg allerdings angenehm breit und ein steiler Abhang ist eher selten.

ein kleiner Abhang, der in Wirklichkeit bedeutend beeindruckender ist
Es klart wieder etwas auf und seit geraumer Zeit haben wir nicht mehr an Höhe gewonnen. Plötzlich endet der Weg. Rechts geht es steil bergab, links eine Steinwand bergauf. nachrückende Wanderer erspähen keine 3 Meter oberhalb des alten Weges dessen Fortsetzung. Spätestens hier wird meine Illusion eines einfachen Wanderwegs zum Gipfel zerstört und die Beschreibung des Aufstiegs als "anspruchsvoll" (Besuchertafel bei der Seilbahn) lässt in mir düstere Befürchtungen aufkommen. Die kleine Klettereinlage zum neuen Weg wird relativ souverän genommen.
das Ende unseres Wegs, die Wand zur linken will erklettert werden

Ab hier wird es beschwerlicher. Wasser rinnt über den Pfad und macht ihr rutschig und schlammig. Ab und zu hat eine Gerölllawine den Weg mit Steinen bedeckt und es wird allgemein feuchter und kälter. Der Nebel ist nun dicker denn jeh und nach einiger Zeit endet auch dieser Weg. Zur linken erhebt sich der Pichincha, zur rechten geht es bergab, mehr kann man nicht sehen. Unser Weg hört an dieser Stelle auf, da das folgende Gelände aus losem Sand besteht und es bei dieser Steigung einfach keinen Weg im Sand geben kann, der nicht sofort zurieselt. Wir sehen nicht besonders weit und haben keine Ahnung ob nach dem Sand noch irgendetwas besseres kommt, oder ob man hier einfach hochstiefelt.

Letzteres ist unsere Wahl mit der Einschränkung dass "einfach" beinahe ein Ding der Unmöglichkeit ist. Der Untergrund ist gelinde gesagt beschissen. Egal wie man es anstellt, mit den Händen am Boden oder nicht, man kommt beinahe überhaupt nicht vom Fleck. Angenommen man hat beide Füße parallel nebeneinander. Hebt man das eine Bein, so erhöht sich das Gewicht auf dem anderen und man sackt unvermittelt ab. Um die Talfahrt zu beenden rammt man also den freien Fuß etwa auf Kniehöhe des Standbeins in den Sand. Mit dem alten Standbein ist man nun ein gutes Stück tiefer als zu Beginn des Schrittes, der andere Fuß immerhin noch etwas höher. Hebt man dann den Tiefer gelegenen Fuß um einen weiteren Schritt einzuleiten, wiederholt sich das Ganze und man kommt so gut voran wie ein Hamster im Laufrad. Nach nervenaufreibendem Kampf legen wir eine Pinkelpause ein und genau in diesem Moment beginnt es zu regnen. Nur für wenige Sekunden, dann geht er in Hagel über. Wir sehen nicht wo wir hinlaufen, kommen nicht wirklich vom Fleck und der Pichincha führt sein nächstes Attentat auf uns aus. Ich frage mich ob wir nicht umkehren sollten. Auch Daniel fragt mich ob wir nicht umkehren sollten. "Nein nein nein so ein Quatsch! Auf was für Gedanken kommst du denn?" (oder so ähnlich). Nach dem kurzen Stimmungstief und dem Katastrophenwetter bessert sich die Lage wieder.

ehrlich schlechte Sicht

der elende Sandhang (ziemlich steil)
Der Hagel geht so plötzlich wie er kam und auf einmal betritt eine weitere Person die Parallelwelt in der wir uns seit einiger Zeit befinden. Eine Frau mittleren Alters platzt in unsere Sichtblase und stapft einfach so den Berg hinauf. Was soll das denn? Wo wir uns elendigst abgearbeitet haben geht sie wie ein normaler Mensch. Des Rätsels Lösung ist ein Streifen Vegetation, auf dem man nicht einsinkt und wunderbar Halt findet. Nicht das wir da nicht auch so drauf hätten kommen können aber irgendwie sind wir da halt nicht drauf gekommen. Wahrscheinlich lag dieses Gestrüpp zu sehr am Rand unseres Sichtfelds und die Freude sich mal einer Herausforderung gegenüber zu sehen war wohl so groß das wir erst garnicht nach einfacheren Alternativen gesucht haben.

Wir hängen uns an ihre Versen! Nach einiger Zeit erreichen wir einen neuen Abschnitt des Aufstiegs. Die Sanddüne liegt unter uns und der Gipfel über uns. Leider ziemlich senkrecht über uns. Der nackte Fels ragt steil empor bis er sich unseren Blicken, in Wolken un Nebel gehüllt, entzieht. Er ist nass und kalt. Überhaupt ist es nass und kalt und meine Hände spüre ich schon länger nicht mehr. Vielleicht ist das sogar ganz gut denn so ohne Gefühl fühlt es sich zumindest nicht schlecht an. Den Bedingungen und meiner Höhenangst zum Trotz klettere ich Stück für Stück nach oben.
im Nebel hat der Pichincha manchmal den Anschein aus einer anderen Welt zu sein

beim Rumgekletter fühle ich mich nicht immer wohl
In einem dramatischen Anflug von Hollywood greife ich ins Nichts, meine Hand sucht panisch nach Halt und findet keinen. Ein Blick nach oben bringt die Gewissheit. Es gibt keinen Fels mehr zu packen und der Gipfel ist erreicht. Euphorie scheißt durch die Adern und ein bisschen Erleichterung macht sich breit. Außerdem ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Hunger. Daniel sei Dank hat Daniel Essen für zwei dabei. Der Pichincha war eine härtere Nuss als gedacht. Sicherlich waren die Wetterverhältnisse nicht optimal und unsere Route noch viel weniger (schon beim Abstieg haben wir einen Weg genommen, bei dem viel Kletterei erspart geblieben wäre), trotzdem ist es nicht ohne. Für hoch und runter haben wir 4 Stunden Gebraucht und somit die Besuchertafelzeit um eine Stunde unterboten.

die Tafel auf dem Gipfel, 4696 Meter

um auf 4700 zu kommen muss man noch ein winziges Stück nach oben; man beachte die Steilheit links und rechts
Jetzt, nach einigen Tagen, kommt es mir vor, als wäre das alles doch leichter gewesen als hier beschrieben. Das Wetter hat sich stark geändert. Die Regenzeit scheint entgültig vorüber zu sein und heute konnte ich seit bestimmt fünf Monaten zum ersten mal wieder den Cotopaxi sehen. Der Pichincha ist mittlerweile den Großteil des Tages wolkenfrei. Ich kann es kaum erwarten mit Carl und seiner Freundin erneut hochzusteigen. Dann mit besserer Route und hoffentlich grandioser Aussicht.

Da ich solange an diesem Bericht geschrieben habe, ist sogar nochmehr passiert. Am Freitag (heute) gab es mal wieder einen Schulausflug. Ich war etwas unvorbereitet und hatte deshalb meine Kamera nicht dabei. Tatsächlich wurde mir erst nach Abfahr der Busse bescheigesagt, sodass ich ein paar hundert Meter laufen musste, bis ich zum wartenden Bus kam. Ziel war eine archäologische Stätte gut 75 Minuten von der Schule entfernt. In Cotachasqui (oder so ähnlich) sind die Überreste eine Prä-Inkakultur zu sehen. Die Quito-Cara lebten hier von etwa 500-1500 nach Christus, bis sie von Inka und Spaniern über den haufen gerannt wurden. Zurück blieben einige Pyramieden, die etwa 15 Meter hoch sind. Der Führer erklärt, dass die Quito-Cara die Pyramieden mir Erde bedeckt und dann zuwuchern haben lassen, damit sie von den Inkas übersehen werden. Die Bauwerke liegen immernoch unter Erde und Gras, weshalb die Anlage in etwa so aussieht wie die Heimat der Teletubbies. Beeindruckender als die kleinen Hügel der Zivilisation ist die Aussicht. Man befindet sich auf 3100m und der Tag war wie gemalt. Man hat Blick auf nicht weniger als 21 Vulkane. Unter ihnen der Cotopaxi, Cayambe, Antisana und Pichincha (2.,3.,4. höchster berg Ecuadors und der von mir bereits bezwungene Hausberg Quitos).    

Das solls erstmal wieder gewesen sein aus Ecuador.
Liebste Grüße an alle!
Euer Friedrich.

Sonntag, 16. März 2014

Halbzeit, Mindo, Karneval

Hallo Leute,
es ist schon über die Hälfte meines Jahres rum und seit dem letzen Eintrag ist wieder ein bisschen was passiert. in etwa fühlt es sich so an als sei der Freiwilligendienst wie ein Berg, dessen Gipfel nach sech Monaten überschritten wird. Von nun an gehts bergab, soll heißen einfacher und schneller. Die Eingewöhnung und die Sprachprobleme sind vorüber und die Zeit flutscht so an einem vorbei. Mit dieser relativ schmalzigen Metapher könnt ihr euch vielleicht einen Eindruck davon machen, wie es sich nach sieben Monaten Ecuador so anfühlt...

Schon kurz nach dem Kolumbienurlaub gabs das Midtermcamp. Mehr oder weniger zur Halbzeit steht diese obligatorische Veranstaltung an, bei der mäßig interessante Themen auf der Agenda stehen. Hauptsächlich wie es einem bisher ergangen ist, welche Probleme man hatte und was man sich so für die zweite Hälfte des Jahres wünscht. Relativ langweilig ist das, weil man sich ja sowieso permanent mit den anderen Freiwilligen austauscht und so nichts wirklich neues besprochen wird. Trotzdem hat es mir ganz gut gefallen, weil man 4 Tage mit den anderen lustigen Freiwilligen verbringt und nicht im Projekt arbeiten muss. Außerdem kann man ein bisschen Pläne schmieden.

Einer dieser Pläne war ein Wochenende in Mindo zu verbringen. Nach etwas diesbezüglicher Propaganda beim Camp machen sich Simon, Daniel, Antonia und meine Wenigkeit am folgenden Wochenende auf den Weg. Mindo liegt zwei Busstunden von Quito entfernt, genau auf der anderen Seite des Vulkan Pichincha. Trotzdem sind das Klima und die Vegetation komplett verschieden. Etwas tiefer als die Hauptstadt gelegen ist es deutlich wärmer und man findet sich im sogenannten Nebelwald wieder. Dieser ist äußerst dicht und wie man beim Namen schon vermuten kann sehr feucht. Der Nebelwald war während unseres Aufenthalts sogar eher ein Regenwald. Mindo ist berühmt als eines der besten Birdwatching Gebiete Ecuadors, das gemeinhin als eines der besten Birdwatching Länder der Welt gilt. Man kann also massig seltene, exotische und schöne Vögel bestaunen. Keiner aus unserer Gruppe ist aber ein ausgemachter Ornithologie-Fan und angesichts des permanenten Regens stellte sich bald die Frage was genau wir eigentlich in diesem 2000 Seelen Dorf machen wollen.

In unserem spärlich besuchten Hostal treffen wir dann aber immerhin auf einen quirligen Gesprächspartner. Anthony kommt aus Australien und reist schon etwa solange in Südamerika herum wie wir in Ecuador leben. Dementsprechend hat er unfassbar viel vom Kontinent gesehen und zeigt uns seine Bildersammlung. Man kann sich ein bisschen für zukünftig Reisen inspirieren lassen, denn die letzten großen Ferien stehen ja noch bevor und meine Pläne beginnen gerade Form anzunehmen (aktuell ist eine Reise in Richtung Süden geplant, Peru, vielleicht Bolivien / Nordchile).
Später machen wir uns selbst los um einmal auch so viel zu erzählen zu haben wie der Gärtner aus Australien, der sieben Jahre für ein neues Heim gespart hat um eines Tages mit der Erleuchtung aufzuwachen, dass eine 12 monatige Südamerikareise doch die lohnendere Investition ist.

In Mindo gibt es eine Schmetterlingsfarm, in der man allerlei Schmetterlinge bestaunen kann. Außerdem Kolibries und ein paar Fische. Nett für ein zwei Stunden, dann aber auch schnell langweilig. Desweiteren besuchen wir eine Führung zum Thema Kakaoproduktion. Kakaobohnen und Schmetterlinge finde ich in etwa in gleichen Maßen atemberaubend. Es mangelte noch ein bisschen an Aktivität so das wir zum Abschluss einfach in den Nebelwald hineinwandern. Auch das lässt einem zwar nicht gerade das Adrenalin in die Adern schiessen, ist aber trotzdem bei toller Natur und schönen Ausblicken ein angenehmer Abschied eines sehr ruhigen Wochenendes.

Gleich das Nächste sollte einen starken Kontrast dazu bilden. Zu dem freien Sams- und Sonntag gesellten sich noch Montag und Dienstag hinzu. Grund dafür war der Karneval. In einer Gruppe von 6-10 Leuten haben wir in Ambato und Guaranda gefeiert. Drei, bzw. fünf Stunden südlich von Quito steigt eine der besten Feiern des Landes. In Ambato gab es einen farbenfrohen und vergnügten Umzug, den sogar ich als Umzugsverachter garnicht schlecht fand. Danach wird sich mit Schaum in Dosen attakiert und gefeiert (unter anderem auch Daniels Geburtstag). Die Party dauert vier Tage am Stück und für den Letzten fahren wir nach Guaranda. Neben dem Dosenschaum weden hier auch Wassereimer /bomben und Mehl zum Spaßhaben verwendet. Entkräftet, müde und hungrig komme ich am späten Dienstagabend wieder zu Hause an. Es ist bereits März und mein Freiwilligendienst geht bis etwa Mitte Juli. Darauf folgt Freizeit bis zum Heimflug am 10-11 August. Das Ende ist schon beinahe in Sicht.

Obwohl ich also schon einige Zeit hier lebe und mich gut an alles gewöhnt habe bleiben komische "Ecuador-Momente" nicht aus. So wurde ich zum Beispiel vor kurzem von unserer Nachbarin gefragt ob ich nicht ihrer Haustür aufbrechen könnte. Hintergrund war, dass sie (mal wieder) von ihrem 19 jährigen Ehemann verlassen wurde. Der hat aus lauter Boshaftigkeit die Tür mit einem Vorhängeschloss gesichert und seine Frau und das gemeinsame Kind ausgesperrt. Ohne Werkzeug sehe ich mich schon als klarer Verlierer im Duell Felipe gegen das Schloss, als Rocio einfällt, das wir in unserer Wohnung einen Schlüssel haben, der zum Vorhängeschloss der Nachbarn passt. Wieso wisse sie selbst nicht, wichtig sei das ja sowieso nicht und das Problem damit gelöst.

Zum Schluss nochmal was zu den Hunden in meiner Familie. Als ich ankam waren es Victor, Loba und Candy. Dann ist Victor verschunden (soll heißen wurde überfahren und von der Müllabfuhr weggebracht) und wenig später ist auch Loba einem Auto zum Opfer gefallen. Da Candy alleine zu wenig war haben wir uns Osito besorgt. Während des Midtermcamps ist auch Osito (wohl an einer Krankheit) verreckt. Da Candy alleine immernoch zu wenig ist haben wir jetz noch Rocky geholt. Wenn ein Hund bei meiner Familie ein halbes Jahr alt wird ist das die absolute Ausnahme. Die Situation der Straßenhunde (da würde ich unsere so halb dazuzählen) ist wohl das beschämenste das ich in Ecuador bisher gesehen habe. Oft sieht man Hunde am Straßenrand verwesen und heute wurde wieder einer vor meinen Augen überfahren (hat aber überlebt).

Mit diesen gemischten Eindrücken entlasse ich euch zurück ins Hundeparadies Deutschland. Abgesehen von meinem Mitleid für die Tiere geht es mir hier weiterhin sehr gut. Ich freue mich ein bisschen auf die kommende Arbeit, sehr auf den kommenden Besuch meines Bruders und natürlich auch auf die finale Reise, die ich zumindest im Großteil alleine unternehmen will.
Wenn es was Neues gibt melde ich mich wie gewohnt. Bis dann einen schönen Frühling euch allen!
Euer Friedrich.

Sonntag, 16. Februar 2014

Kolumbien

Kolumbien.

Die im letzten Bericht angesprochenen Ferien liegen schon hinter mir und es wird Zeit euch davon zu berichten. Manu, Daniel und ich hatten also den Beschluss gefasst nach Kolumbien zu fahren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit ausnahmslos allen Flügen die wir buchen wollten, kam am Ende doch die Wunschroute zu stande und am Morgen des 27. Januar ging es los.

Von Quito über Medellin nach Bogota, Kolumbiens Hauptstadt. Eine große Hilfe bei unserer Reise war Daniel, der in Bogota wohnt und nicht mit dem deutschen Freiwilligen Daniel zu verwechseln ist. Der kolumbianische Daniel ist der ehemalige Gastbruder von Manus Bruder und unser Gastgeber in Bogota. Desweiteren hat er unsere Flüge innerhalb Kolumbiens für uns gebucht und uns erzählt was man sich in dieser riesigen Stadt angucken solte. Wir kommen relativ spät an und haben am nächsten Tag Zeit uns die Stadt und besonders das Zentrum etwas anzusehen. Von Daniels Wohnung braucht man mit einem der lustigen kleinen Busse zwischen 40 und 70 Minuten ins Zentrum (stark verkehrsabhängig), wo sich die Sehenswürdigkeiten häufen. Trotz der beträchtlichen Größe der Stadt kann man sich gut orientiern; im Osten befinden sich die nördlichen Ausläufer der Anden, die Straßen sind durchnummeriert. Die Calles (Straßen) verlaufen von Westen nach Osten, etwas südlich der Stadtmitte liegt die Calle 0, nördlich davon Calle 1, Calle 2 und so weiter, südlich die Calles Sur  ( südliche Straßen ). Auf der Nord-Süd-Achse befinden sich die Carreras, die im Osten also nahe den Bergen mit der Carrera 0 beginnen und deren Nummer in Richtung Westen anwächst. Daniel wohnt in der Carrera 7 Calle 123, somit im Nord-Osten der Stadt.

Unser erstes Ziel ist der Monserrate (3152m), einer der Berge im Osten. es fährt eine alte Seilbahn hinauf, die ursprünglich aus der Schweiz kommt. Von oben hat man einen tollen Blick auf die Stadt, deren Ende man nur erahnen kann. Weitere Stationen unserer Sightseeinig-Tour sind das Goldmuseum und der Präsidentenpalast. Das Kulturprogram sollte eigentlich mit dem Boteromuseum fortgeführt werden, dass aber war geschlossen und den Torre Colpatria,  das höhste Gebäude Kolumbiens , heben wir uns für später auf. Am nächsten Morgen geht unser Flug schon früh nach Cartagena, so dass wir uns schnell zu Bett begeben. Daniel ist ein hervorragender Gastgeber und bietet uns sein Zimmer an. Leider steht trotzdem nur ein Bett drin, in dem maximal 2 Leute schlafen können. Da wir insgesamt drei Nächte in Bogota sein werden muss jeder einmal in den sauren Apfel beißen und auf dem Boden schlafen. Ich bringe es als erster hinter mich und kann das schlafen auf Fliesen nur bedingt weiterempfehlen.



Panorama vom Monserrate.

Daniel, Manu, ich .
Ebenfalls Monserrate.
Ein Exponat des Goldmuseums.


Mit der kolumbianischen Billigairline Viva Colombia geht es dann nach Cartagena de Indios. Cartagena protzt mit einer hübschen Altstadt, sowie mit dem hässlichen Hotelviertel Boca Grande. Wir wohnen Gott sei Dank in einem entspannten Hostal im historischen Zentrum und lassen uns von der karibischen Hitze umhauen. Wer die Andenstädte Quito und Bogota gewohnt ist, den bringt die schwüle Wärme ganz schön ins Schwitzen. Auch um 22 Uhr hat es noch 32 Grad. Da Manu sich etwas in Kolumbien auskennt folgen wir weitesgehend seinen Reiseempfehlungen. Die Erste ist der Playa Blanca (Weißer Strand), mit dem Boot gut zwei Stunden von Cartagena entfernt. Da unser Boot ein langsames Schiffchen ist und wir erst noch bei der Isla Rosario Halt machen, dauert die Hinfaht gefühtle fünf Stunden. Ich trinke zu wenig und kann mich zum Ende kaum auf den Beinen halten. Am Strand angekommen gibt es erstmal eine Ladung geschmacksneutraler Muscheln geschenkt, die man anschließend bezahlen soll.


Die hübsche Altstadt mit den kribisch bunten Fasaden.
Im Hintergrund Boca Grande.

Der Playa Blanca ist eine der Haupttouristenattraktionen in der Umgebung Cartagenas und dem entsprechend überrannt. Die meissten Touris kommen am frühen Nachmittag mit einem Boot an und fahren am späten Nachmittag mit dem selben wieder zurück. Da wir den Strand auch mal etwas ruhiger erleben wollen bleiben wir über Nacht. Da es keine Hotels oder Hostels gibt schlafen wir in Hängematten direkt am Strand. Was nach idyllischem Karibiktraum klingt ist in Wahrheit nicht besonders komfortabel. Man hängt in den Matten wie ein Schluck Wasser und Moskitonetze waren nicht vorhanden. Die Strapazen lohnen sich aber, da man so den Strand abends und morgens quasi komplett für sich hat. Der Sand ist weiß, die Plamen groß, das Wasser kristallklar und türkisblau. Am Vormittag leihen wir uns Jetskis aus und heitzen über die Wellen. Was Spaß macht ist meistens teuer und die touristischen Orte die wir in Kolumbien besucht haben liegen preislich etwas über ecuadorianischem Niveau. Wir werden viele hunderttausend, vielleicht millionen Pesos (2000 Pesos = 1 US Dollar) in einen entspannten und lustigen Urlaub investieren.


Sonnenuntergang am Playa Blanca.

Auf dem Rückweg nach Cartagena erwischen wir ein Schnellboot und donnern mal zu Wasser mal in der Luft in weniger als einer Stunde zurück. Was mir in der ersten Reihe ordentlich Spaß mach gefällt Daniel und Manu weiter hinten eher weniger. Wir bleiben noch eine Nacht, in der wir mit zwei weiteren Deutschen, die wir im Hostel getroffen haben feiern gehen. Man kann so einiges sehen, so zum beispiel wie ein Betrunkener einem noch Betrunkenerem auf der Straße lachend den Kopf tätowiert.

Das nächste Ziel heißt Santa Marta und liegt gut fünf Busstunden östlich von Cartagena. Von dort fahren wir weiter in das landschaftliche Highlight unserer Reise, den Nationalpark Parque Tayrona. Vom Eingang führt der Weg über palmenbewachsene Hügel, auf denen sich ab und zu große Felsen befinden. Der Park wird auch Parque de las Piedras (Park der Steine) genannt. Nach einiger Zeit lichtet sich der Dschungel und gibt den Blick auf das Meer frei. Auch auf den Stränden liegen teils haushohe Felsbrocken, die die Buchten einrahmen. Dahinter erheben sich die bewaldeten Hügel und Berge Nordkolumbiens. Wir haben uns etwas Proviant aus Santa Marta mitgenommen und genießen ein verspätetes Mittagessen auf einem der Felsen am Meer. Die Brandung ist nicht zu unterschätzen und es gibt starke Strömungen. Aus Euphorie und Übermut haben sich schon viele in die Wellen gestürzt und sind ertrunken. Warntafeln und rote Flaggen stehen überall.

Der Parque Nacional Natural Tayrona.

Nahe des Eingangs des Nationalparks


Der erste Blick aufs Meer zaubert einem ein breites Grinsen ins Gesicht.


Die Felsen befinden sich überall im Nationalpark.


Das lustige Deutsch darf die Ernsthaftigkeit der Aussage nicht in Frage stellen.
Die Hügel landeinwärts.

Ein kleiner Palmenhain bei unserem ersten Campingplatz
Die Bucht beim zweiten Campingplatz




Im Nationalpark gibt es zwei Campingplätze. Die erste Nacht verbringen wir auf dem dem Eingang näheren. Wieder schlafen wir in Hängematten, dieses Mal aber mit Mückenschutz. Wir begegnen einem Argentinier, der uns ein deutsches Buch schenkt, baden an Stränden, an denen es erlaubt ist und gelangen zum zweiten Campingplatz. Hier kann man auch in Zelten schlafen. Den Luxus wollen wir uns nicht entgehen lassen und stellen dann fest, dass es keine Matratzen gibt... wieder eine unbequeme Nacht. Am folgenden Tag klettern Daniel und ich ein bisschen auf den Steinriesen rum während Manu am Strand döst. Bald stoßen wir auf einen fluchenden Wanderer, der ebenfalls auf den Felsen unterwegs war. Jason kommt aus Bogota und hat sein Iphone in eine Spalte rutschen lassen. Hilfsbereit wie wir sind beginnen wir die Bergungsaktion. Nach einer Ewigkeit gelingt es uns zu dritt und mit Stöckern ausgerüstet, das Iphone aus der Spalte zu befördern. Da es permanent von Wasser umspült wurde ist es natürlich kaputt. Jason ist trotzdem (und zurecht) dankbar und verspricht uns ein Bier. Auch er ist auf unserem Campingplatz und es stellt sich heraus, dass er einige Zeit in der Schweiz gelebt hat und etwas Deutsch kann. Das Bier ist er uns allerdings bis zum heutigen Tage schuldig.

Wir bleiben drei Nächte im Park, dann geht uns das Geld aus und wir müssen zurück nach Santa Marta. Von da fahren wir wieder in Richtung Tayrona, dieses Mal aber noch weiter. Daniel (aus Bogota) hat uns Palomino empfohlen. Ein kleines Dörfchen, in dem sich entspannte Europäer und Nordamerikaner wohlfühlen. Am Strand gibt es ungefähr vier Hostels, von denen alle bis auf unseres relativ ausgebucht scheinen. Nichts desto trotz ist unsere Unterkunft sehr hübsch und eine Nacht lang haben wir das Häuschen sogar für uns alleine. Da die Busse aber nicht am Strand halten muss man entweder laufen oder sich den Mototaxistas anvertrauen. Mit all unserem Gepäck quetschen wir uns auf die klapprigen Maschinen und knattern den Weg entlang. Später begegnen wir einem Mann an der Bar, der sich als Moto Paisa vorstellt. Moto Paisa ist offensichtlich der Boss des Palomino-Mototaxi-Kartells und für die nächsten zwei Tage unser Chauffeur. Außerdem lassen wir uns von ihm auch ein "wahres Abenteuer" für den nächsten Tag andrehen. Wir werden in LKW-Reifen einen Fluss runtertreiben. Von Moto Paisa und seinen Männern werden wir mit den Reifen in den Wald gebracht. Wo der befahrbare Weg aufhört setzt man uns aus. "25 Minuten in diese Richtung und dann kommt ihr zum Fluss. Viel Spaß!". Die erste Angabe war in etwa korrekt, die zweite naja. Der Fluss ist elend langsam und an vielen Stellen so flach, dass man einfach stecken bleibt. Nach über zwei Stunden dahingegurke kommen wir zur Flussmündung. Von so viel Inaktivität steht uns der Sinn nach Bewegung und wir rennen mit den Reifen ins Meer. Ein bisschen reinschwimmen, große Welle, Reifen weg, naja dann halt so ans Ufer zurück schwimmen. Schwimm schwimm schwimm... ich komm nicht so recht voran. Wir haben uns genau den Strandabschnitt ausgesucht, an dem Schwimmen verboten ist, da man wegen den Strömungen nicht so einfach wieder an den Strand kommt. 15 Meter vom Ufer komme ich trotz größter Anstrengungen nicht vom Fleck und mir wird langsam mulmig. Von hier aus kann man prima die roten Flaggen am Strand sehen, die wir zuvor nicht so recht wahrgenommen haben. Nachdem ich mich ordentlich abgestrampelt habe kommt dann eine Art Bademeister, der zwar nicht ins Wasser springt, mich aber trotzdem rettet, indem er mir deutet zur Seite und nicht zum Land zu schwimmen. Nach drei Zügen kann ich stehen und es gibt überhauptkeine Strömung mehr. Etwas irritiert und ziemlich außer Atem gehe ich an Land, sammle meinen Reifen auf und versuche möglichst souverän zu wirken. Nach zwei Nächten in Palomino, dass zwar sehr schön ist, wo man aber außer Kartenspielen und fast ertrinken nicht viel machen kann, fahren wir in einem 6 stündigen Schwupps nach Cartagena zurück.

Eines der wenigen Bilder auf dem ich zu sehen bin. Rechts von mit Manu, auf dem Weg zum Strand.

Die Hostelanlage verfügt auch über einen Pool.

Gruselige Spinnen wie diese auf Manus Bett sind inklusive.

Es reihen sich die gemütlichen Häuschen aneinander.
Der Strand von Palomino an einem (wie immer) Wolkigen Morgen. Später klart es jeden Tag auf.


Ein kleiner Nachtrag zu Palominos Schönheit. Wer kein ausgewiesener Geographieexperte ist, den wird es vielleicht überraschen, dass Kolumbiens höhste Gipfel nicht in den Anden zu finden sind. Die Sierra Nevada ist mit über 5700m das höhste Gebirge und türmt sich direkt an der Karibikküste auf. Der Pico Cristobal Colon (5775m) liegt nur 45km vom Strand entfernt und macht die Sierra Nevada de Santa Marta zum höhsten Küstengebirge der Welt. Am weißen Sandstrand stehend kann man, am richtigen Ort und bei gutem Wetter, die schneebedeckten Berge hinter den Palmenwipfeln sehen. Dieser spektakuläre Blick bleibt uns verwährt, allerdings können wir von Palomino aus die Sierra Nevada erahnen.

Am nächsten Morgen fliegen wir nach Bogota. Es ist Samstag, Daniel hat frei und wird uns das kolumbianische Nachtleben näher bringen. Mit wenig Schlaf und leichtem bis mittlerem Kater geht es dann am frühen Sonntagnachmittag zurück nach Ecuador. Es bleibt ein Haufen Eindrücke aus Kolumbien haften und ich kann mit diesem Bericht nur bedingt vermitteln wie das Land auf mich gewirkt hat. Grungsätzlich kamen mir die Menschen sehr fröhlich und herzlich vor. Einige haben vielleicht die Vorstellung von einem Land in dem Drogenbarone a la Pablo Escobar das Sagen haben und in dem man sich seines Lebens nicht sicher sein kann. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Sicherheitsbedenken und habe mich stets pudelwohl gefühlt.

Auf dem Torre Colpatria (196m, zweithöhstes Gebäude Südamerikas). Der Versuch sich aus Daniels Foto zu winden scheitert kläglich.

Man hat einen herrlichen Blick auf Bogota und seine 8 Mio. Einwohner.


Um etwa 22 Uhr bin ich dann zu Hause und gegen Mitternacht im Bett. Am Montag klingelt der Wecker um 6 und es darf wieder gearbeitet werden. Morgen ist Freitag und ich sehne mich danach mal wieder ausschlafen zu können.

Auf Grund einer unvorhersehbaren Laune meiner Schulleiterin werde ich wohl auch Samstag und Sonntag arbeiten. Am Montag wartet dann das Midtermcamp auf mich. Ja es ist tatsächlich schon Halbzeit in meinem Auslandsjahr. Was ich davon halten soll weiß ich nicht so genau. Die Zeit rast förmlich an mir vorbei. Bisher waren es sech intensive Monate und ich wünsche mir dass die nächsten genauso werden. Mittlerweile sind auch neue Freiwillige eingetroffen. Es sind zwar nur wenige aber sie werden sicherlich wieder ein bisschen Abwechslung bringen. Ich habe nicht so richtig Lust auf die 5 Monate pausenlose Arbeit die jetzt vor mir liegen, aber es wird schon irgendwie. Lichtblicke in dieser Zeit sind der Besuch meines Bruders, den ich kaum erwarten kann, und die kleinen Wochenendsausflüge. Demnächst ist wohl Mindo fällig, nichts spektakuläres aber trotzdem Erholung vom drohenden Alltag. Viel mehr bleibt mir nicht zu sagen. Kolumbien ist ein schönes Land! Ich habe Lust auf Kornflakes (komisch was man so vermisst)!

Bis die Tage Muchachos
Euer Felipao.